Infantile Agitation XVI

Der Monat Februar ist der kürzeste Monat im Kalender. Dies ist er, weil Kaiser Augustus, um seinen göttlichen Status zu unterstreichen, dem Monat Februar einen Tag nahm um ihm dem Monat August, welcher nach ihm benannt war, zu widmen.

Wie Marx sagt: „…die Kritik der Religion ist die Voraussetzung aller Kritik.“ Daher wird die Infantile Agitation des Monats Februar diesmal Anfang März hochgeladen.Wer noch weitere theoretische Eingebungen für die Verspätung benötigt, wende sich bitte direkt an die Redaktion.

Das Thema „Arschlöcher“ hat uns bereits im Monat Januar beschäftigt. Anknüpfend an den letzten Monat, hat sich die linke Szene wohl Gedanken dazu gemacht. In dem Bewusstsein, dass eine Vereinfachung noch einfacher zu verstehen ist, wenn man sie vereinfacht, haben sich die Genossen dazu entschieden nochmal einen drauf zu setzen und das Ganze endgültig ins Groteske zu überführen. Während bei den einen noch der Faschismus das Arschlochsein ausmacht, ist es hier das Arschlochsein was das Arschlochsein ausmacht. Die Sinnentleerung wurde damit konsequent zu Ende gebracht.

Dieser bestechenden Logik ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht der Frage, ob der eine oder die andere ihre anale Phase doch noch nicht überwunden hat. In diesem Sinne, in diesem Monat, ganz im Namen der guten Sache:

Infantile Agitation XV

Da dieses Jahr so beginnt wie das letzte zu Ende ging, gibt es auch 2018 eine Fortsetzung der Infantilen Agitation.

Und so werden wir, wie im letzten Jahr, alles zwischen Menschenverachtung, purer Stumpfheit und wirklich infantilen Blödeleien in Stickerform präsentieren, welche die radikale Linke in Deutschland seit Jahrzehnten begleiten, indem wir wieder zugesandte Aufkleber betrachten, bearbeiten und die Besten ins Rennen schicken.

Diesen Monat fangen wir mit einem wirklich dankbaren Thema an: dem Nazi. Keiner mag ihn, keiner will einer sein, bis auf einige wirklich Zurückgebliebene will keiner sich mit ihm gemein machen.

Er ist ein Arschloch. Dieser anerkannte Fakt ist es wert, dass man sich immer und immer wieder vergewissert, dass es sich genau so verhält. Arschlöcher sind heutzutage zwar viele, für die einen die Islamfaschisten welche in Brüssel ein Massaker anrichteten, für die anderen Typen die im Aufzug einen fahren lassen, bevor sie ihn verlassen. Spätestens seit den Ärzten ist auch bei der Mehrheitsgesellschaft angekommen, dass „Arschloch“ als Begriff zudem für die Vertreter der Ideologie unter deren Fahne die Deutschen den größten Massenraubmord in der Geschichte begingen, am besten taugt.

Diesen Monat daher:

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Infantile Agitation XIV

Für ihre vielen Probleme hat die linke Szene ein einfaches Patentrezept entwickelt: Den Rückzug aus der Gesellschaft und den Bezug auf sich selbst. Dieser Vorgang ist wahrlich nichts Neues, es gibt sogar Theoretiker, die ein solches Vorgehen nahelegen. Die Askese des Revolutionärs, die Komplizenschaft mit den Genossen oder Gefährten, der Bezug auf den eigenen Zirkel von Berufenen, all das kennt man. Verkommt allerdings sogar der Sex mit jemandem zu einem politischen Vorgang, so tritt der autoritäre Charakter dieser Szene deutlich in Erscheinung. Am Ende bleibt nichts mehr, außer dem eigenen Kollektiv komplette Unterwerfung zu beweisen. So wie die Sexualität nichts Privates mehr sein soll, weil man die Feststellung, dass auch Privates politisch sei zum Diktum erhebt, so soll natürlich auch die Partnerwahl eine politische sein. Es darf quasi keine Blutschande getrieben werden. Der klassische linke Raum mit seinen drohenden Hinweisen, dass den übergriffigen Täter die sofortige Bestrafung ereilt, gepaart mit dem Damoklesschwert des Szeneausschlusses – dem sozialen Tod –, lädt natürlich geradezu zu solchen Abenteuern ein. Deshalb diesen Monat, zum Abschluss des Jahres 2017:

Infantile Agitation XIII

Das Leben des linken Studenten ist langweilig – war es schon immer. Deshalb beschäftigt sich der linke Student viel mit der Frage, wie es möglich ist, sein Langweilerleben aufzupeppen. Wenn die Soziologievorlesung läuft, das Geschichtsseminar ruft oder die Politikwissenschaften anöden, dann sucht der linke Student nach einem Fantasma, dem er hinterherjagen kann.

Anstatt wie jeder normale Mensch davon zu träumen, wie schön es wäre nicht mehr Arbeiten zu müssen und stattdessen das Leben zu genießen, oder sich daran zu erfreuen, dass er einen durchaus angenehmen Alltag – wenn auch häufig ohne Geld – hat, träumt der Linke Student davon Proletarier zu sein. Das ging in der wilden Zeit soweit, dass man mit anderen linken Studenten kommunistische Zirkel gründete um gemeinsam den Größen der Weltgeschichte wie Pol Pot oder Enver Hoxha auf dem Weg ins glorreiche Stahlwerk (oder im Fall von Pol Pot aufs Reisfeld) zu folgen.

Heute ist man progressiver, manchmal Anarchist, manchmal Linkssozialist. Aber ein Ziel, das bleibt immer: proletarischer sein als das Proletariat und dabei noch Revolution machen. Im Gedenken an den langweiligen Linken Studenten diesen Monat:

Infantile Agitation XII

Manche Theorien der Psychoanalyse sind bis heute umstritten. In feministischen Kreisen wird sich damit selten explizit beschäftigt, vielmehr wird die Psychoanalyse als homophob und patriarchal verschrien. Umso erfreulicher ist es dann, wenn Feministinnen dem ehrbaren Ansinnen nachkommen, die freudsche Theorie über die weibliche Sexualität zu beweisen. So soll uns dieser Aufkleber wohl als Beispiel für den Penisneid dienen.
Bekanntlich entsteht der Penisneid beim jungen Mädchen im Zuge des Ödipuskomplexes bzw. des Kastrationskomplexes und gilt als integraler Teil der phallischen Phase, die den Eintritt in den Ödipus markiert. Scheinbar sind die Gestalterinnen dieses Aufklebers nicht über diese infantile Organisationsstufe der Sexualität hinausgekommen, was sie uns hier eindrücklich zu zeigen versuchen. Ihr Hass gegen „all fucking psychiatrists, psychoanalytists and lobby doctors“1 steht nur scheinbar im Widerspruch zu ihren psychoanalytischen Bestrebungen, die sie dadurch wohl zu verdecken suchen. In unendlicher Bescheidenheit thematisieren sie nicht den Mut, den es kostet, sich öffentlich als zu untersuchendes Objekt anzubieten. Hinter der Infantilität und der auffälligen Verrohung der „antigenitalisticrrrriot“-Bloggerinnen steht also der edle Wunsch, die Psychoanalyse endlich in den feministischen Diskurs einzuführen.

  1. http://antigenitalisticrrrriot.tumblr.com/ [zurück]