Infantile Agitation IV

Dieser Monat geht thematisch in eine andere Richtung als der vorherige, wird aber dem Motto „infantile Agitation“ wieder gerechter. Dennoch kann man auch hier erkennen, dass gerade auch Linke offensichtlich häufig aus Selbstzweck handeln und/oder der Charakter gewählter Vorbilder mehr als fragwürdig ist.

Wir wissen nicht genau, welche Gruppe diesen Aufkleber gefertigt hat. Der Urheber ist nicht erkennbar und vielleicht ist das auch besser. Denn die Selbstidentifikation mit den aus „Star Wars“ bekannten Ewoks und deren Planeten als Wohnort lässt tief blicken.

Wer sich an diese Kreaturen aus dem Film „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ erinnert, dem fällt vieles ein, aber nicht warum man sich mit ihnen gleichsetzen sollte. Jenseits der Zivilisation leben sie als Stamm, in steinzeitlichen Verhältnissen, auf Bäumen. Sie essen Menschen. Verehren einen Roboter als Gott, weil er golden glänzt. Auf den Befehl dieses „Gottes“ ziehen sie in eine Schlacht, um ihren komplett von Urwald überzogenen Planeten, von „ihren“ Feinden zu säubern und schlachten diese schließlich mit Hilfe primitivster Mittel ab.

All das, ist im Film weder so drastisch dargestellt noch wird es thematisiert, dennoch ist es sichtbar. Angesichts dessen, dass die (deutsche) Linke bei der Wahl ihrer Partner schon häufig wenig zimperlich war und der gemeinsame Feind meist alle Mittel heiligt, wird es schnell müßig, überhaupt noch auf Einladungen zu Verbrüderungen, wie der hier angesprochenen, zu reagieren.

Wir machen das natürlich trotzdem und lehnen das Angebot, gemeinsam mit den Teddybären aus der Steinzeit, eine oder mehrere Bezugsgruppen zu bilden dankend ab. Nichts gegen „Star Wars“ Referenzen, aber ein wenig Sinn sollte schon dahinter stecken. Sich selber als Jedi-Ritter zu sehen, hat noch einen gewissen Charme, mit einer Gruppe von steinzeitlichen Gotteskriegern in einem großen Wald zu wohnen, um mit ihnen eine Bande zu bilden, allerdings definitiv nicht.
Ewok-Aufkleber

Infantile Agitation III

Was wir in diesem Monat dem geneigten Leser präsentieren, widert uns zutiefst an. Man könnte es sogar als den mit Abstand abstoßendsten Aufkleber bezeichnen, den wir bisher präsentiert haben und wir wissen nicht, ob sich das in Zukunft ändert. Dennoch sehen wir es als unsere Aufgabe an, klar zu machen, wer unser Gegner ist und warum er es ist.

Diesmal hat die Gruppe Young Struggle, eine Vorfeld-Organisation der türkischen Partei MLKP, geliefert. Wovon Young Struggle träumt, wird auf diesem Aufkleber gut sichtbar, denn Ivana Hoffmann, deren Gesicht diesen Aufkleber ziert, dient dieser Gruppe schon eine ganze Weile als Märtyrerin, um die man einen revolutionären Kult erschaffen hat.1

Dass Gruppen wie Young Struggle den Kampf für die Revolution im Sinne ihrer maoistischen Doktrin als notwendig empfinden, muss dem Leser hier sicher nicht mehr nahe gebracht werden. Auch der Märtyrerkult ist bei Organisationen dieser Art nicht ungewöhnlich. Schließlich soll Opferbereitschaft für die „Sache“ immer wieder abgefragt und eingefordert werden. Dabei dienen die Gefallenen als Vorbilder, sie haben sich der Sache hingegeben und kamen dabei ehrenhaft ums Leben. Im Tod sind sie politisch wertvoller als lebend.

Trotz allem erreicht dieser Aufkleber einen neuen Tiefpunkt. YS verklärt den Märtyertod zum revolutionären Traum. Im Alter von gerade mal 19 Jahren mit zwei Kalaschnikow-Kugeln im Bauch im syrischen Sand zu verbluten, einfach zu verrecken, ist laut dieser Organisation ein Traum, der wahr wurde. Den Rojava ist der magische Ort, an dem sich Gymnasiastinnen abschlachten lassen können noch bevor ihr Leben richtig begonnen hat.

Dass diese Leute den Umma-Sozialisten, die sie zu bekämpfen vorgeben, näher stehen als dem Kommunismus, macht dieser Aufkleber mehr als deutlich. Im Kampf als Märtyrer zu sterben, als das höchste Gut, ja einen Traum zu präsentieren, ist nichts anderes als widerwärtig und tief regressiv.

Ivana Hoffmann hat die Konsequenzen zu spüren bekommen, begriffen haben wird sie es nicht. In ihrem Namen gibt es jetzt ein Fußballturnier2 und Aufkleber, welche jungen Leuten vermitteln, dass niedergeschossen werden ein Traum ist, den man sich erfüllen sollte solange es um die richtige Sache geht.

rojava

  1. Als ein Beispiel sei hier auf die Facebookseite verwiesen: https://www.facebook.com/genossinivanahoffmann/ [zurück]
  2. http://www.young-struggle.org/content/ivana-hoffmann-fu%C3%9Fballturnier [zurück]

Blumen auf den Weg gestreut

Nach dem schmerzhaften und Jahrzehnte lang andauernden Schuldkomplex der Opferdeutschen, kommt – nach „Der Untergang“ und „Unsere Mütter, unsere Väter“ – nun endlich eine lustige Auseinandersetzung über die Lasten der Erbschuld in die Kinos. Der Film „Die Blumen von Gestern“ zeigt wie die Themen Holocaust, Liebe und Sinnsuche zu einem heiteren pädagogischen Kinoerlebnis für die ganze Familie verschmolzen werden. Totila Blumen, der Protagonist der Geschichte, ist ein verkrampfter Holocaust-Forscher, der überhaupt keinen Spaß versteht. Da sein Großvater bei der SS diente, fühlt sich Totila schuldig und gerät in eine Sinnkrise. Was liegt da näher als ihn mit der Enkelin einer in Ausschwitz ermordeten Jüdin auf eine Reise in die gemeinsam durchlittene Vergangenheit zu schicken (sein Großvater hat ihre Großmutter ins Gas geschickt). Der Trailer zum Film gipfelt schließlich in einer versöhnlichen Szene: beide, die Jüdin und der Deutsche, liegen sich in den Armen und sie sagt die Worte, die den Sinn des Films festschreiben: „Ich liebe deine Geschichte, weil es meine Geschichte ist.“1

Der Regisseur Chris Kraus, der nebenher natürlich Hobby-Holocaust-Forscher ist, zog die Inspiration für das von ihm verfasste Drehbuch selbstredend aus seiner eigenen Familiengeschichte und den zahlreichen Versöhnungsgeschichten von jüdischen Opfern und deutschen Tätern. Dieses Meisterwerk deutscher Geschichtsaufarbeitung in Komödienform ist durch den „[…] Wunsch, etwas über die Verletzungen des Holocaust zu schreiben, die heute noch in uns wüten“ motiviert. Und weiter: „Im Augenblick erleben wir furchtbare Zeiten, in Syrien, in Libyen. Man hat fast den Eindruck, die halbe Welt brennt.“ Alles in allem ist Kraus also ein Therapeut am deutschen Volkskörper für den neben der Frage: „Die Zeitzeugen verschwinden, durch Immigration wandelt sich unser Land. Wie erreicht man Jugendliche, deren Vorfahren gar nicht von hier kommen?“ vor allem eines wichtig zu sein scheint: „[…] in einem Land, das ein erhebliches rechtes Wählerpotential bekommen hat, trotz aller Erinnerungsmantras, glauben auch in Fachkreisen immer weniger Wissenschaftler daran, dass das auf Dauer funktionieren kann. Weil das ständige Wiederkäuen von Lehrsätzen niemanden mehr innerlich berührt.“2

Diese filmische Neubetrachtung der Shoa, in der die Heiterkeit einer Jüdin das verkrampfte Deutschland aus seinem Trauma erlöst, dient natürlich Höherem. Und so wurde der Film bereits mit zahlreichen Lorbeeren aus dem südwestlichsten aller Bundesländer überhäuft, wo er teilweise auch gedreht wurde. Neben dem „Thomas-Strittmatter-Drehbuchpreis der MFG Filmförderung Baden-Württemberg von 2013“ wurde der Film mit „Baden-Württembergischer Filmpreis in der Kategorie besten Spielfilm 2016“ ausgezeichnet. Denn der Triumph, unverkrampft – aber pädagogisch Wertvoll – auf die eigene Geschichte blicken zu können, macht einen Film in Deutschland „besonders wertvoll“.3

  1. http://die-blumen-von-gestern.de/trailer.php [zurück]
  2. http://die-blumen-von-gestern.de/interview-chris-kraus.php [zurück]
  3. http://www.fbw-filmbewertung.com/film/die_blumen_von_gestern [zurück]

Das Berliner Attentat und die deutsche Moral

Nach dem bislang erfolgreichsten Versuch des IS sich in die deutsche Öffentlichkeit zu morden – also nach dem vierten islamischen Anschlag in Deutschland 2016 – hat es der Islamische Staat nun doch endlich geschafft. Jedoch steht immer noch nicht fest, ob diese Kriegserklärung gegen die freie Gesellschaft überhaupt angenommen wird. Denn der Anschlag zielt allem Anschein nach auf das heilige deutsche Ehrenamt. Folgerichtig urteilte die Kanzlerin über den dschihadistischen Massenmord als „besonders widerwärtig gegenüber den vielen, vielen Deutschen, die tagtäglich in der Flüchtlingshilfe engagiert sind“1. Auch bei der staatlich geförderten Ahmadiyya-Gemeinde heißt es: „Mit Grauen, Entsetzen und Schmerz erfahren wir vom mörderischen Anschlag gegen Unschuldige. Es ist eine menschliche Tragödie, dass der Tat eines irregeleiteten Einzelnen, der ohne Reue und Skrupel handelte, Unschuldige zum Opfer gefallen sind. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Hinterbliebenen der Todesopfer und den Verletzten. Möge Gott den unschuldig Leidenden beistehen und ihr Leid mindern.“2 Der Massenmord eines fehlgeleiteten, irren Einzeltäters trifft also das an sich selber gesundete Deutschland und die muslimische Minderheit.

Hierbei wird eine interessante Parallele sichtbar, die zwischen Islamist und Neo-Nazi besteht und die sich im Blick der multikulturellen Mehrheitsgesellschaft auf diese beiden vereint.
Der Neo-Nazi ist ein Störenfried, ein Sittenstrolch oder ein Schandfleck für das wiedergutgewordene Deutschland. Nachdem die Deutschen ihren kollektiven Massenmord an den Juden erfolgreich neu durchdacht, gleichzeitig aber eine heuchlerische Erinnerungskultur3 etabliert hatten, konnten sie nun endlich zur moralischen Supermacht Europas aufsteigen. Nicht nur, dass sie mit Hilfe großflächiger Stelenödnis oder überall präsenter Stolpersteine Hitler nachträglich verhinderten, auch die Flüchtlinge werden nun vor diesen Karren gespannt. Selbstgerecht bringen die Deutschen ihre Willkommenskultur gegen all jene unmoralischen Staaten Europas in Stellung, die es wagen, nicht vergleichbar viele Flüchtlinge wie der europäische Hegemon aufzunehmen. Jeder Brandanschlag, jede Pegida-/AfD-Demo, jeder einzelne rechte Übergriff unterläuft dieses moralische Ziel. Jede gegen diesen Konsens gerichtete Tat oder Aussage ruiniert das schöne Bild. Die Taten einer rechten Minderheit versauen also die harte, mühevolle Arbeit, die das multikulturelle Miteinander evozieren soll.

Das gleiche gilt für den Islamisten. Seine Tat zerstört ebenso dieses Bild. Während der Zentralrat der Muslime oder andere Islamlobbyisten die ganze Zeit äußern, wie friedfertig und tolerant der Islam sei, zerstört der Islamist genau diese Vorstellung einer schon angeblich im Koran angelegten Möglichkeit, mit dem Kuffar ohne Differenzen zusammenzuleben. Vor diesem Hintergrund sind islamische Anschläge eine unmögliche Angelegenheit, die dem gutwilligen deutschen Helfergeist schaden und zudem die hilflosen muslimischen Flüchtlinge denunzieren. Die Reaktion der deutschen Öffentlichkeit auf rechte, wie islamische Taten muss schon allein aus dieser Logik heraus die Realität vollständig verzerren. Egal ob Ansbach, Essen oder Würzburg, die Beweggründe wurden zwar zur Kenntnis genommen, dann aber im selben Atemzug relativiert. Es scheint als wären diese „irregeleiteten Einzelnen“ nur zufällig mit dem Islam in Kontakt gekommen. Ihre Religionszugehörigkeit wird ihnen aberkannt. Sie wird zur vorgeschobenen Rechtfertigung einer Gewalttat, da die guten Deutschen ein Nachsehen mit „irregeleiteten Einzelnen“ haben. Auch die staatsislamische Seite bestreitet nach jedem Massaker den islamischen Glauben der Täter. Im Falle von Anis Amri dürfte dies zwar schwieriger werden, ist aber, was im Zitat der Ahmadiyya-Gemeinde schon anklingt, nicht unmöglich.
Die deutschen Kulturrelativisten sind ebenfalls an vorderster Front mit dabei, wenn es darum geht, islamische Schandtaten zu verharmlosen. Zur Hilfe eilt ihnen dabei der Flüchtlingsstatus der Attentäter. Hier tut sich allerdings eine Ambivalenz auf, denn der Status der Attentäter wird gleichzeitig zum Problem, da er das Bild vom anständigen, dankbaren Flüchtling unterminiert. Aus diesem Grund wird Berlin als Anschlag auf die deutsche Helfermoral gewertet.

Zentraler erscheint jedoch, dass der Anschlag „den Rechten“ in die Hände spielt und das „harmonische Miteinander“ gefährdet. Als über dem „Unglück“ kreisende Geier, stellt sie die TAZ dar.4 Nichts an dem Anschlag scheint gefährlicher, als der vermeintliche Zulauf bei rechten Gruppen, die dann nämlich ein herbeihalluziniertes – oder gewünschtes – Pogrom an den Muslimen starten würden. So verwundert es nicht, dass islamische Anschläge in erster Linie als Krieg gegen den Islam gewertet werden und dass ein oberflächliches Bekenntnis gegen “Islamismus” und Gewalt ausreicht um einer tiefergehenden Diskussion über das Wesen des Islams zu entgehen. Stimmen, welche die Religion angreifen, lässt man nicht zu. Muslime gehen in der Regel dann auf die Straße, wenn ihre Religion „beleidigt“ wird, was allerdings das friedliche Antlitz des Islam bröckeln lässt.5 Der Wunsch nach dem Strafen von kritischen Stimmen ist nicht erst dem Islamischen Staat inhärent, sondern wird bereits in Deutschland praktiziert.6

Nicht zufällig treffen sich im Zuge des Anschlags von Berlin die deutsche und die muslimische Opfermentalität. Der Deutsche, der sich immer noch als Hauptopfer des Nationalsozialismus sieht, kann den islamischen Opferstatus nur allzu gut nachvollziehen und erhofft sich in der Relativierung islamischer Schandtaten eine Regenerierung der deutschen Volksgemeinschaft. Das langfristige Ziel ist die Eingemeindung der Umma in die Volksgemeinschaft, um der Welt und sich selbst die moralische Überlegenheit zu demonstrieren.
Nichts anderes sagt der Satz: „der Islam gehört zu Deutschland“.

  1. https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2016/12/2016-12-20-erklaerung-merkel-breitscheidplatz.html [zurück]
  2. http://www.ahmadiyya.de/news/pressemitteilungen/art/ahmadiyya-muslim-jamaat-verurteilt-mutmasslichen-terroranschlag-in-der-bundeshauptstadt/ [zurück]
  3. http://makezoopay.tumblr.com/post/134816839859/aktuelles-german-gedenken; http://70years.blogsport.eu/texte/ [zurück]
  4. https://www.facebook.com/taz.kommune/photos/a.207013419357734.51100.171844246207985/1285153044877094/?type=3&theater [zurück]
  5. An dieser Stelle verweisen wir auf bekannte Beispiel wie die weltweite Reaktion von Muslimen auf die Salman Rushdies Buch und die Mohammed-Karikaturen. [zurück]
  6. Maul, Thomas: Die Macht der Mullahs. Schmähreden gegen die islamische Alltagskultur und den Aufklärungsverrat ihrer linken Verteidiger, Freiburg 2006, S. 45 ff; ein aktuelleres Beispiel: http://zentralrat.de/21108.php [zurück]

Infantile Agitation II

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und allen aktuellen Schandtaten der Umma-Sozialisten zum Trotz, präsentieren wir Euch stolz einen weiteren Aufkleber aus unserer Kategorie der infantilen Agitation.

Diesmal geht es um die “Liga gegen den Kapitalismus”, eine sich besonders Elitär gebende Vereinigung aus Hamburg, die die Menschheit zum Höchsten führen will. Was der Liga gefällt und was nicht hat sie in einer pro/contra-Liste zusammengefasst um sie an Laternenpfählen zu verbreiten. Es scheint um den Sozialismus zu gehen,um welchen genau wissen wir nicht.

Jedenfalls ist die Liga strikt gegen “Karriere im System”, gleichzeitig aber auch gegen Armut. Wer an dieser Stelle verwirrt Fragen stellt, ob dass nicht ein Widerspruch sei, der macht dann wohl “Konstruktive Verbesserungsvorschläge für die Scheiße hier”.

Alles in allem eine Bande, die es ganz klar verdient hat sich hier präsentieren zu lassen. Nicht nur die offensichtliche Verweigerung der Realität macht diese Leute nicht sehr charmant, auch das Angebot, gemeinsam mit anderen Irren in Armut zu vegetieren bis der große Tag kommt, klingt nicht gerade sehr verlockend.
Denn auch wenn der Kommunismus unsere Sache ist, so werden wir dennoch nicht stahlarbeitend ohne Freude auf den großen Tag warten, an dem die Liga die Massen zum Sieg führt.



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